03.10.2016

"Wir wollen unseren Mitgliedern einen Mehrwert bieten"

Hochschule Neu Ulm  Hnu  Hauptgeb Ude Mit Blick Nach Westen

Josef Holdenrieder, Vorstandsvorsitzender der BME-Region Ulm-Alb, informiert im BME-Interview, welche Ziele 2016 erreicht wurden und welche Vorhaben 2017 geplant sind.


Josef Holdenrieder ist seit 2013 Vorstandsvorsitzender der BME-Region Ulm-Alb. Er ist Einkaufsleiter bei der Evoqua Water Technologies GmbH in Günzburg.

Josef Holdenrieder im BME-Interview

Was kennzeichnet die ehrenamtliche Arbeit in der BME Region Ulm-Alb?
Josef Holdenrieder: Unsere Region wurde 1980 als Region Ulm-Donau-Iller-Riß gegründet und 2014 mit Teilen der Regionen Ostalb-Staufen und Reutlingen verschmolzen. Derzeit verfügen wir über knapp 200 Mitglieder. Das stetige Mitgliederwachstum der vergangenen Jahre zeigt uns, dass wir mit unserem Programm und mit unseren Zielen bei Einkäufern, Logistikern und Supply Chain Managern der Region richtig liegen.

Wir bieten unseren Mitgliedern einen umfangreichen Erfahrungsaustausch im Rahmen eines Get-together, das mittlerweile ein fester Bestandteil bei fast allen unseren Fachveranstaltungen ist. Dazu zählen Besichtigungen namhafter Firmen unserer Region, an die sich Vorträgen hochkarätiger Redner aus Industrie, Wirtschaft und Beratung anschließen. Die Teilnehmerzahl liegt bei diesen Veranstaltungen meistens zwischen 20 und 50 Personen; sie ist zudem in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.

Des Weiteren engagieren wir uns stark im Bereich der Aus- und Weiterbildung für Einkäufer. Neben Kurzseminaren, speziell auch für die Young Professionals (YP), organisieren wir zweimal pro Jahr eine „Akademie vor Ort“. Diese Veranstaltungsreihe führen wir gemeinsam mit der BME Akademie seit einigen Jahren sehr erfolgreich in unserer Region durch.

Außerdem arbeiten wir mit der IHK Ulm zusammen; dort findet einmal im Jahr eine gemeinsame Großveranstaltung statt. 2014 sind wir eine Kooperation mit der Hochschule Neu-Ulm (HNU) eingegangen. Damit versuchen wir, das große Potenzial an Nachwuchs durch gezielte Unterstützung im Rahmen von Veranstaltungen für den Einkauf zu gewinnen. Unser Ziel ist es, den Studierenden das Berufsbild des Einkäufers näher zu bringen. In diesem Jahr sind wir besonders stolz darauf, dass wir auf unserer YP-Veranstaltung zum Thema „Lean Supply Chain“ über 50 Teilnehmer begrüßen konnten. Um die erfolgreiche Kooperation mit der HNU weiter auszubauen, war der BME e.V. an der ersten Risikowerkstatt der HNU mit einem eigenen Messestand vertreten.  Unser mittelfristiges Ziel ist es, neben der HNU mit weiteren Universitäten und Hochschulen zusammenzuarbeiten.

Unser Vorstand besteht aus aktiven und ehemaligen Einkaufsmanagern verschiedener mittelständischer Firmen. Gemeinsames Ziel ist es, den BME e.V. und die BME-Region Ulm-Alb noch bekannter zu machen und die Mitgliederzahl weiter zu steigern. Das schaffen wir allerdings nur, wenn wir unseren Mitgliedern, Partnern und Interessenten ein attraktives Programm anbieten.

Wodurch ist ihre Region geprägt?
Durch die Verschmelzung der BME-Region Ulm-Donau-Iller-Riß mit Teilen der Region Ostalb/Staufen ist unser Landesteil flächenmäßig um ca. 50 Prozent gewachsen. Damit standen wir vor der Herausforderung, neue Strukturen in einer lange Zeit inaktiven Region zu schaffen. Durch das große Engagement des Vorstands sowie weiterer aktiver Mitglieder der Region gelang es uns, dass bei derzeit jährlich zwei Veranstaltungen in der ehemaligen Region Ostalb/Staufen stets zwischen 30 und 40 Personen anwesend waren. Damit ist es gelungen, in einer Flächenregion den Mitgliedern vor Ort einen Mehrwert zu bieten, da die Region jetzt an verschiedenen Stützpunkten Veranstaltungen anbieten kann.

2015 konnten wir Pater Anselm als Referent gewinnen. Diese Veranstaltung fand ein enormes Echo: Wir zählten rund 130 Besucher, darunter auch viele Interessenten des BME. Noch am selben Abend meldeten sich Teilnehmer bei uns, um ihre BME-Mitgliedschaft zu beantragen.

Ulm-Alb ist eine typische Flächenregion mit einem starken Mittelstand. Sie ist vor allem geprägt durch verschiedenste Branchenunternehmen, darunter zahlreiche Maschinenbauer und Pharmafirmen. Dieser Industrie-Mix ist für uns wichtig, denn er gibt uns die Möglichkeit, immer wieder neue und innovative Firmen auf unseren Veranstaltungen kennenzulernen.

Last but not least: Wir bitten unsere Mitglieder auch um Erlaubnis, ihre Kontaktdaten an andere Mitglieder der Region weitergeben zu dürfen. Somit werden ihnen Zugang und Bildung eines Netzwerkes ermöglicht.

Was planen Sie für 2016 und 2017?
Ein weiteres Veranstaltungshighlight ist für Oktober dieses Jahres vorgesehen. Hierfür konnten wir Dr. Marco von Münchhausen verpflichten. Wir freuen uns darauf, dass der gefragte Buchautor, Unternehmer und Redner uns an diesem Abend erklären wird, wie wir dem „inneren Schweinehund“ besser begegnen können. Weiter enthält unser Programm für dieses Jahr erneut Besichtigungen namhafter Betriebe. Vor Ort rücken wir im Rahmen von Vorträgen Fachthemen wie Sales meets Procurement, Change Management im Einkauf und aktive Einkaufsurteile aus der Praxis in den Fokus. Im November steht dann wieder eine Akademie vor Ort zum Thema „Verhandlungsführung“ an.

2017 starten wir im Januar traditionell mit der Mitgliederversammlung. Wir wollen auch in diesem Jahr eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen im Bereich Materialwirtschaft, Einkauf, Logistik und Supply Chain Management bieten. Wichtige aktuelle Themen wie „Lohnt sich der Einkauf in China?“, Industrie 4.0 oder „Krisenmanagement im Einkauf bei Insolvenz, Brand oder Totalausfall“ sind in Planung. Auch das Thema Aus- und Weiterbildung wird im Rahmen der Akademie vor Ort wieder einen breiten Stellenwert einnehmen.

Wie unterstützen Sie die YP Ihrer Region?
Da wir eine traditionell mittelständisch geprägte Flächenregion sind, hält sich der Zuzug an Fachkräften in Grenzen. Das bedeutet: Wir müssen unsere Fachkräfte selbst aus- und weiterbilden. Deshalb beschäftigen sich in unserem Vorstand gleich zwei Kollegen mit diesem wichtigen Thema. Mit unseren YP-Veranstaltungen wollen wir den Einkäufernachwuchs direkt ansprechen. Eine regionale YP-Befragung ergab, dass unsere Young Professionals vor allem an Kurzseminaren und Workshops interessiert sind. Diesen Wunsch haben wir erfolgreich in unser YP-Programm eingearbeitet. In diesem Zusammenhang können wir auf erfolgreiche Veranstaltungen wie beispielsweise „Mit Empathie in Preisverhandlungen punkten“. Verschiedene Verhandlungsführungsworkshops kamen ebenfalls sehr gut an.

ZUR PERSON:
Vorstandsvorsitzender: Josef Holdenrieder
Region: Ulm-Alb
Gründungsjahr: 1980
Mitglieder: 190
BME Mitglied seit: 2007, im Regionsvorstand seit 2011, Vorstandsvorsitzender seit 2013
E-Mail: josef.holdenrieder(at)bme-regionen.de

*Das Interview führte Frank Rösch, BME.

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